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Rennverkleidung Polidom


fraktur

Empfohlene Beiträge

  • 4 Wochen später...
  • 4 Monate später...

Hi,

habe die Polidomverkleidung flott bekommen. Mein Sohn hat die Nacharbeiten gemacht und geflucht, mit 500er Naßschleifpapier ziemlich viel Zeit investiert um die Verkleidung lackiertauglich zu machen. Ist allerdings Geschmackssache, wollte halt eine optimale Lackierung, wenn auch nur für die Rennstrecke. Mein Sohnemann hat bei einem Hersteller für GFK und Carbonprodukte gearbeitet und daher die Qualität der Rennverkleidung als nicht grade als optimal beurteilt. Die Paßform ist ok, die Luftkanäle sind super.

Gruß Robert 

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  • 2 Monate später...

Nach einigen Threads, die ich selbst initiiert habe, möchte ich nun hier mal ausgiebig zum Thema Rennverkleidung Stellung nehmen und einen Erfahrungsbericht liefern:

Alles, was da so an Rennverkleidungen angeboten wird ist +/- dasselbe: Man muss schlicht und ergreifend damit leben, dass Rennverkleidungen nunmal weder von Verarbeitung noch von der Passgenauigkeit oder planem Lackieruntergrund den originalen Strassenverkleidungen entsprechen. Rennstreckenverkleidungen sind nunmal RENNSTECKENverkleidungen. Diese Kompromisse sollte und muss man in Kauf nehmen, wenn man sich für so ein Ding entscheidet.

Die originale Rennverkleidung von Ducati Corse ist schlicht und ergreifen ZU TEUER - und im Falle der R auch nicht lieferbar - was das Heck betrifft (Aufnahme für den Gyro-Sensor der Traktionskontrolle). In meinem Falle (wenn ich schon ne R bewege, dann möchte ich auch die Traktionskontrolle nutzen ...) endete das in der Bestellung eines Concorso-Hecks, in dem die Halterung einlaminiert ist. (Sieht nicht 100% vertrauenserweckend aus, aber besser als den Sensor mit Tape am Rahmen befestigen ... ;-) - genau aus diesem Grund wollte (und habe ich mir auch) als Backup eine Originalhalterung von Ducati Corse bestellt (gibt es nur für die RS: Bestellnr. 827.1.514.1A), die für das was sie bietet ein VERMÖGEN kostet (127 Euros für eine kleine Aluplatte) und auch nicht ansatzlos passt. (Vorgesehen ist die Montage an der Innenseite der Auspuffhalterung, hier allerdings müssen die Schrauben getauscht werden und Hülsen gefräst werden, ebenso ein Gewinde hineingeschnitten werden und die Gummidämpfer vom Originalheck umgebaut werden ... alles in Allem also eigentlich eine Frechheit - zumal das Rennheck - wie gesagt, nicht lieferbar ist.

Ich habe daher mit dem Freundlichen vereinbart, dass die sich was einfallen lassen, um diese (teure) Halterung perfekt montieren zu können, dann werde ich die Halterung um das Vermögen von 127 Euros kaufen. - Sobald ich die Lösung in Händen habe, werde ich sie fotografieren und hier posten.

Ad Ölwannenthematik: Wenn schon Rennverkleidung dann bitte UNBEDINGT mit geschlossener Ölwanne. Das ist und bleibt ein Sicherheitsfeature für euch selbst und auch alle anderen Racer auf der Rennstrecke. Und JEDENFALLS auch den Seitenständer demontieren (Drähte müssen überbrückt werden, damit das Motorrad nicht ausgeht, da die Elektronik sonst meldet: "Seitenständer ist ausgeklappt!"). Ich weiss, es ist zwar etwas umständlich und pfriemelig, wenn man alleine ist und mit hinterem Montageständer oder Dreibein hantieren muss, um das Möppi zu parken, aber 1. verwendet man auf der Rennstrecke ja ohnedies zumeist Reifenwärmer (und braucht daher Montageständer) und 2. - sollte es wirklich zu einem Sturz kommen, so kann der Seitenständer dazu beitragen, dass sich das Moped fängt, aufstellt und ihr nicht nur einen "Sturzteile-Rutsch-Schaden" habt, sondern das Moped rundum zerdroschen ist.

Ebenso ein Für und Wieder sind Sturzpads. Kurz: Ich habe welche montiert und zwar diese da http://www.desmorados.com/shop/catalog/product_info.php?products_id=1815 Diese haben den Vorteil. dass sie nicht zu weit aus der Verkleidung ragen und daher eher nicht dazu beitragen, dass sich die Maschine (bei Sturz) an den Kerbs oder im Schotter fängt. Grundsätzlich aber besteht auch mit Sturzpads die Gefahr des Rundumschadens. Wenn sich aber die Maschine nicht "zerwuzelt", dann helfen sie den Rutschschaden in Grenzen zu halten.

Woran eher selten gedacht wird, wenn eine Rennverkleidung gekauft wird:

A) Ram-Air Kanäle: Für den Rennstreckenbetrieb halte ich es für unerlässlich, sich mit (größeren) Ramairkanälen auszustatten. Wer einmal den Ramaireffekt auf der Geraden erlebt hat, wird nicht mehr darauf verzichten wollen. Daher: Achtet bei der Cockpitverkleidung darauf, dass sie (größere) Ramairöffnungen haben und fragt beim Verkleidungshersteller nach, ob er auch die Kanäle dazu liefern kann (und macht eure Bestellung davon abhängig).

B) Instrumentenhalter: Tatsache ist, dass die Originalinstrumentenhalterung (Magnesium) nur unwesentlich teurer ist, als eine Nachbauhalterung für eine Rennverkleidung. (Da muss Ducati ein Irrtum passiert sein ... ;-) Ich habe mir dennoch eine Nachbauhalterung verbaut. Der Grund ist, dass eine Nachbauhalterung im schlimmsten Falle verbogen ist, die originale aber zerbröselt. (Außerdem sollte man an eine Rennverkleidung nicht die gleichen optischen Ansprüche stellen wie an eine Strassenverkleidung - siehe oben).

Thema Lackierung:

Ich habe meine erste Verkleidung von GP-Design gekauft (http://www.gpdesign.info) und zwar lackiert. Dies würde ich nie mehr tun, denn erstens kann ich dem Lackierer nicht auf die Finger klopfen, wenn er eine Träne nach der anderen in die Oberfläche laufen lässt und zweitens sind die vorlackierten Teile meist unverschämt teuer und drittens springt beim Anpassen und Bohren und Drehmeln dann noch zusätzlich des eine oder andere Lackteilchen ab. Also eher Rohteile kaufen, anpassen, bohren, probemontieren, runternehmen, vorbehandeln, füllern, lackierten und Freude haben.

Thema Passgenauigkeit:

Vergesst es! Nachbauteile sind NICHT 100% passgenau. Punkt. Ihr werdet immer gefordert sein zu improvisieren. Bei mir zB: Alu-Bügel zurecht biegen um die Ölwanne links hinten montieren zu können, da ja der Seitenständer weg ist. Ölwanne hinten audrehmeln, damit die 70er Rohre der Termis vorbei passen, zu Concorsoheck (Oberteil) das GPdesign Unterteil verwenden, da man beim Originalunterteil die Riegelzapfen wegfräsen müsste und das einen Spalt ergeben würde, dass man durchsieht auf die andere Seite, am Heck eine neues Loch bohren (und das alte zuspachteln), da die Fixierung nicht 100% passt (ca 2,5 cm), am vorderen Teil der Ölwanne 9 Löcher bohren, damit die batterieseitige Elektronik gekühlt wird, wie das eigentlich vorgesehen ist ... usw

Also: Beim Umbau nicht schusseln, sondern Schritt für Schritt vorgehen und nicht davon ausgehen, dass ihr in ein paar wenigen Stunden fertig seid, wenn ihr es ordentlich machen möchtet.

Fazit: Wer seine Bella in ein Rennstreckenkleid stecken will, lernt sie RICHTIG gut kennen ;-)

Viel Spass!

Hannes

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