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Magny-Cours mit Rehm


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Wollte dann auch mal berichten wie es mir so ergangen ist. Das ein oder andere Racing Tagebuch glänzt mit Top Zeiten. Damit kann ich nicht dienen :D aber Magny-Cours ist halt eine Strecke, die vermutlich nicht soooo viele befahren haben.
Deswegen schreibe ich mal was dazu.

 

Anfahrt:

Von Stuttgart aus fährt man über Dijon und dann weiter in die Pampa (ca. 650 KM). Allerdings sind dann fast 130 Kilometer Landstraße und zwar teilweise 3. und 4. Kategorie :D Ich habe deutlich mehr Kühe als Menschen gesehen. Die Anfahrt zieht sich also wie Kaugummi. V.a. mit Hänger.

Mautgebühren für französische Verhältnisse relativ günstig. Müssten so ca. EUR 20,00 für die einfache Strecke gewese sein. Ist ja aber auch klar, wenn man 130 KM Landstraße fahren muss :D

 

Lage:

Die Anlage ist wunderschön, sehr gepflegt und man kann die ganzen Tribünen besteigen wovon man teilweise 50% der Strecke sieht. Wenn man sich also filmen lassen will, dann hat man hier massig Gelegenheit.

Um Magny-Cours herum gibt es nix. Falsch. Kühe :D Nevers ist knapp 20 Minuten weg und jetzt auch nicht so der Bringer. Kann man sich m.E: sparen


Übernachten:
Wir haben im Camping Bois / Grande Cerf genächtigt. Schöne Blockhütten, sauber, sehr idyllisch aber am ARSCH der Welt. Wir haben nachts den Camping Platz verzweifelt gesucht bis wir zufällig einen jungen Franzosen gefunden haben, der uns hingefahren hat. Das war im Prinzip mitten im Wald und die Straße dahin war ein Waldweg... Nach so einer langen Fahrt hat man natürlich richtig Bock noch im Wald nach dem Camping zu suchen.....

 

Strecke:

Die Strecke ist sehr technisch und wenn man sich den Streckenplan ansieht sind da weniger Kurven als tatsächlich während der Fahrt dann tatsächlich da sind. Nach der 180 Grad sieht es auf dem Streckenplan so aus, als ob dann eine lange Gerade kommt.

Von wegen :D  Da kommt direkt eine scharfe rechts und dann eine knackige Links. Viele Passagen wo man Short-Shiften muss, Anbremsen in Schräglage, kurze knackige Schikanen usw. Die Videos auf Youtube geben das nur begrenzt wieder.

Und von wegen flache Strecke. Da sind einige Kuppen, wo man wenn man Vollgas drüber ballert man plötzlich den Himmel sieht, weil das Vorderrad trotz Wheelie Control schlagartig ansteigt. Diverse Schickanen mit Kompression usw.

Sehr schnelle Kurven (Turn 1 bis 3 ist richtig schnell zB). Sehr lange Gerade mit Spitzkehre, die ich aber nicht so schlimm fande wie die Spitzkehre in Hockenheim.

Sprit eher außerhalb tanken. An der Strecke EUR 2,70 (!!!) und da braucht man wohl irgendso eine Tankkarte. Wir haben draussen getankt (ca. EUR 2,20). Tanken in Frankreich ist relativ teuer.

 

Rehm:

Sehr guter Veranstalter, hohes Niveau (habe Koffler, Aegerter usw. dort gesehen). Für meinen Geschmack zu viele Abbrüche aber Rehm hat sich die Veranstaltung mit einem französischen Veranstalter geteilt. Muss also nicht repräsentativ sein.

Veranstaltung war mit 660 Euro vergleichsweise billig, wenn man bedenkt, dass es eine Formel 1 Strecke ist. Sammelbox Platz für 3 Tage EUR 120,00 ist auch noch OK. Reifenpreise wie bei den Online Händlern also OK.

Reifenwechsel mit EUR 15,00 pro Stück ohne Entsorgung (plus 5 Euro) fand ich jetzt etwas teuer.

 

Meine 3 Tage:

Erster Turn gleich mit Instruktor. Mache ich nie wieder, da es mir nichts bringt. ich muss erst mal selber ein bisschen die Strecke kennenlernen. Ansonsten kann ich den Instruktor gar nicht richtig beobachten, da ich zu sehr mit der Strecke und mir beschäftigt bin. Zeit 2:06 oder so. Also Mega schlecht :D Die besten fuhren am ersten Tag 1:47 (aber da waren halt Leute wie Koffler usw. unterwegs). Am letzten Tag waren es dann sogar 1:43.

Irgendwann am vormittag waren es dann 2:00 und am Tagesende war ich glaube ich so 1:58 hoch. Also auch noch schlecht.

Nach meiner Corona Infektion und der Blinddarm OP war ich fertig wie Schnitzel und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Zudem war es mit 25 Grad und purer Sonne nicht wirklich heiß aber warm genug um mir den Rest zu geben.

Im Endurance Rennen hatte ich 2 Turns (zu Zweit 2 Stunden) und mein Teamkollege fuhr 1:51er Zeiten und fuhr auch mehr als 1 Stunde, so dass wir P17 erreichten, was bei 42 Teams doch sehr gut war. An mir lag es nicht :D

Danach war ich todmüde und erstmal pennen.

Zweiter Tag am morgen gleich versucht eine Zeit zu setzen solange ich noch halbwegs frisch bin. Am Vormittag war ja auch das Quali. Ich verbesserte mich dann auf 1:58.4 oder so, was natürlich nicht für die Quali der beiden Rennen (Plätze 1 bis 96) gereicht hat. Den letzten Turn nach den Rennen ließ ich aus, so dass ich ab 14 Uhr Feierabend hatte und Zeit mich für den nächsten Tag zu erholen. In diesem Turn nach der Mittagspause (kein Quali) schaffte ich noch einen 1:57.7. Ich war nicht mehr ganz so müde wie am ersten Tag und so versprach ich mir für den kühleren morgen am nächsten Tag nochmals eine Verbesserung, da ich auch eine längere Erholungszeit hatte (von 14.20 bis zum nächsten Tag).

Im ersten Turn am nächsten Tag setze ich dann auch gleich meine persönliche Bestzeit mit 1.56.7. Das war also gleich am morgen und ich war recht fit und ausgeruht und für das Rennen am vormittag versprach ich mir einiges.

Ich war im Battle of the Rest Rennen 2 (das heißt wirklich so :D) auf P1 :D Für das Hauptrennen und das BotR 1 war ich zu langsam und für das 2er Rennen war ich laut Zeitenliste mit der schnellste. Es gab also realistische Chancen einen Sieg einzufahren. Zwar im Kinderrennen aber man muss ja dankbar sein :D Ich war auch ganz schön aufgeregt und wollte diese einmalige Chance nutzen einen Rennsieg einzufahren natürlich nicht verstreichen lassen.
Grundsätzlich wäre es mir lieber als letzter im 1er Rennen zu starten und mich auf eine bessere Zeit ziehen zu lassen aber man muss die Feste feiern wie sie fallen.

 

Fliegender Start, hinter mir R1 und ne GSXR, kein Problem, Ducati Power Rulez. Anbremsen der Estoril von 4 auf 3. Quickshifter geht nicht. Ich hatte das ganze Wochenende wie auch bisher auf allen Veranstaltungen Probleme mit dem QS aber in dieser Kurve nicht. Dazu später mehr in einem anderen Thread. Anmerkung: Hochschalten ging mit dem QS, der Blipper zum Runterschalten ging nicht.

Aus Turn 3 Vollgas raus hochalten bis in Gang 6 und hartes anbremsen auf die Adeleide Spitzkehre bis runter in den 2. Gang. Blipper geht nicht. Also kuppeln. In anderen Thread mehr dazu aber es war nicht das Problem, dass ich kuppeln musste, sondern das Fahrverhalten so war, das es sich anfühlte als ob ich im Leerlauf bin und erst ab dem Scheitelpunkt wieder Kraftschluss hatte. Fahrverhalten war also rumgeeier par Excellence. Linie passte nicht, unsicheres Fahrgefühl usw.

Weiter gefahren und festgestellt, dass der Blipper nun gar nicht mehr ging. Ich schaffe die erste Runde ohne überholt zu werden. In der 2. Runde Ende der Geraden setzten sich dann 2 neben mich. Ich versuchte mich zu wehren aber Motorbremse war irgendwie null, weswegenn ich dem einen beinnahe hinten reingeknallt wäre. Ich versuchte mich der Situation anzupassen und kam relativ locker hinterher solange ich nicht runterschalten musste. Da verlor ich dann aber jedes mal ein paar Meter.

Es machte auch nicht wirklich Spaß, da ich nicht meine Linie fahren konnte sondern eigentlich nie genau wusste was das Motorrad jetzt macht wenn ich einlenke, beschleunige usw.

3-4 Kurven später kam dann ein Abbruch. Irgendjemand musste leider mit dem Krankenwagen abgeholt werden. Wir standen also gut 5-10 Minuten in der Pitlane und ich hoffte, dass durch die Abkühlung sich der QS wieder erholen würde, so dass ich den wenigstens in den meisten Kurven nutzen kann. Tja, er erholte sich nicht und irgendwann bin ich dann raus, weil es zu gefährlich war: Chance vertan. Die Strecke war an diesem Tag irgendwie schneller und ich bin trotz der ganzen Probleme und mit einem schon deutlich angefahrenen SC3 noch 1.57.7 gefahren worüber ich mehr als überrascht war. Die beiden Plätze P1 und P2 hatten am Ende vom Rennen 1:54er Zeiten und wenn ich daran denke, dass ich denen trotz aller Probleme relativ locker hinterhergekommen bin, dann wäre eine deutlich Verbesserung meiner 1.56.7 und ein Platz auf dem Podest sehr realistisch gewesen.

Umso frustrierter war ich also. Wir haben dann zusammengepackt und sind Heim gefahren, da weitere Turns keinen Sinn gemacht hätten. Bin dann nachts direkt zum Schilling und habe im das Motorrad hingestellt.

Da ich schon seit dem ersten Termin in Aragon Probleme mit dem QS hatte gehe ich einfach davon aus, dass der Translogic von Anfang an einen Schuss hatte. Anders kann ich mir das nicht erklären.

 

Fazit:

Magny-Cours als Strecke ist eine Reise wert. Man muss halt die ewig lange Anreise einplanen und mit den Gegebenheiten vor Ort klar kommen. Für mich war das Wochenende suboptimal aufgrund der Probleme mit dem QS aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Mit 1.56.7 war ich faktisch nach 11 Turns 13 Sekunden hinter der Spitze. Auf anderen Strecken wie zB in Misano wo ich heuer auch das erste mal war, waren es "nur" unter 10 Sekunden zu den Normalos. In Mugello sind es bei einer längeren Strecke "nur" 7-8 Sekunden zur Spitze der Veranstaltung. Insofern bin ich also nicht ganz zufrieden aber nach 11 Turns kann man auch nicht mehr erwarten denke ich. Wenn ich das Rennen hätte normal fahren können, dann denke ich, dass die 1:55 gefallen wäre, aber hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich glaube Magny-Cours sieht mich wieder. Wir beide haben noch ein Hühnchen zu rupfen 😎

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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vor 7 Minuten schrieb HF:

als ich Anfang Mai dort war, durfte keiner filmen. Und das ist auch gut so 😆

HF

Da hatten einige GoPros dran. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist das Video selbst :D

Bin immer wieder erstaunt wie langsam das alles aussieht. Wenn ich da fahre denke ich mir immer "Wow, bin ich schnell". Nach dem Blick auf die Rundenzeit bin ich dann geerdet und nach dem Anschauen des Videos bin ich dann wieder in der kalten, rauhen Realität :D

 

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 19 Minuten schrieb Desmopatrick1199:

Strecke sieht aber echt interessant aus!! 😃

Ich hatte keine großen Erwartungen an Magny-Cours war aber am Ende mehr als positiv überrascht. Die Spitzkehre hat im Gegensatz zu Hockenheim nicht zu wirklich krassen Situationen geführt. Die Strecke ist halt auch einfach breit.

Obwohl ich einige male (v..a im Endurance Rennen als ich mit den schnellen Fahrern auf der Strecke war) außen überholt wurde, war auch hier relativ wenig Gefahr. Wohl auch der Streckenbreite geschuldet.

Ich muss aber zugeben, dass es einige Abbrüche gab. Ich war aber fast nicht betroffen (außer im Rennen).

Das Streckenlayout ist recht flüssig mit vielen Kurven unterschiedlicher Radien, diversen Kuppen usw. Natürlich ist die Spitzkehre und die Doppel-Rechts vor S/Z ein gehacke aber selbst die sind relativ flüssig und gut fahrbar. Grip ist ordentlich.

Es hat Spaß gemacht. Die Anfahrt von Stuttgart über die Rübenacker ist aber der Horror. Nächstes mal definitiv mit Transport. Die Chateaux d'Eau und die Adelaide machen auf, so dass man zwar hart runterbremsen muss aber dann doch relativ flüssig wieder rauskommt.  Die beiden Schickanen Nürburgring und Imola sind auch recht flüssig zu fahren dafür das es Schickanen sind.

Und die Doppel-rechts vor S/Z ist im Prinzip auch flüssig, da faktisch eine Doppel-rechts. OK. Der Ausgang auf S/Z, die links, ist dann schon ein gewaltiges Gezerre am Lenker aber das macht an dieser Stelle sogar Spaß.

Gehörigen Respekt hatte ich eigentlich nur vor Turn 1 (Grand Courbe). Wenn du da abfliegst, dann gute Nacht. Da muss man spitz den ersten Curb treffen, sich raustreiben lassen und dann die zweite links in einem Schwung nehmen. Ich habe mich immer gegen das raustreiben lassen entschieden und bin recht langsam rein um viel Reserven am Ausgang zu haben. War mir irgendwie sympathischer :D  An der Stelle sind auch einige abgeflogen

Bearbeitet von turbostef
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